Wir sind dann mal weg!
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wieder vereint

ja servus ihr kranken! gruese von meiner immer noch vorhandenen erkaeltung nach deutschland!
nein, im moment hab ich nicht vor "richtig" ueber den camino zu schreiben. was ich am laufenden band produziere, sind gedichte. ausserdem sehne ich mich langsam nach nem buch mit fortlaufender handlung, mascha kalekos gedichte hab ich schon alle durch. werd mich in leon mal umsehen.

habe heute also die ersten 5 km mit ner langsamen ex-schauspielerin aus kanada zurueckgelegt und dann ewig gewartet, bis um halb 4 vron und micha gekommen sind. sind jetz t in san nicolas, etwa uebermorgen dann leon.

hier gehn schon wieder die lichter aus, muss schluss machen. vron is ziemlich kaputt, bei mir gehts, ich hatte ja heute nicht so weit wie sie (34 km)

viele gruesse von uns allen, auch von vron, vor allem an papa gruesse zurueck.

wir sind wohlauf und wieder zusammen --- wie schoen

gute ncaht!
icke (laura) am 9.10.08 21:31


da ich ja jetzt zeit hab, weil ich eh auf vron warten muss, aknn ich jetzt nochmal alles im detail erzaehlen:
am 6. oktober war die naechste groessere stadt castrojeriz, wo ich mir die kirche und das darin installierte museum angesehen habe und dann noch kaugummi geschenkt gekriegt habe. naja, er war abgelaufen, aber es war doch immerhin nett von dem typpie.
@ ramona: ja, die architektur ist auch hier ganz toll. ich kenn mich nicht so aus, aber ich tippe auf romanisch. sehr eckig aussenrum und innen die kuppeln und die einzelnen kirchenschiffe--- WOW!
ansonsten war die stadt ziemlich ausgestorben. die spananier halten sich strikt an ihre siesta.
in itero de la vega, dem ziel, hat mir der hospitalero erstmal den rucksack die treppe hochgeschleppt und uns anschliessend bekocht. der hatte was von der sympathischen ruppigkeit eines marktschreiers. mit leonie, der hollaendischen saengerin, zwei amerikanischen familien, den zwei deutschen maedels und adam sandler hatte ich viel spass an dem abend. aber wir haben nicht nur schmutzige witze erzaehlt. neulich ist mir wieder die beamtin eingefallen, die mir dringend abgeraten hat, den jakobsweg zu gehen, denn "am tag biste nur am laufen und abends in der herberge haste mal n smalltalk". ach so? wann hat sie wohl das letzte mal ueber die variabilitaet und die psychologische aussagekraft der menschlichen stimme diskutiert? (hab ich das eigentlich gestern schon geschrieben?? tschuldigung!)

am 7. oktober gabs dann regen, und zwar genau von start bis ziel. das ziel war in diesem fall ein casa rural in poblacion de los campos, wo ich reingegangen bin und nur pilger angetroffen habe. der hospitalero kam erst um acht, hat uns gestempelt und bezahlen lassen und ist dann wieder verschwunden. das war das kuriositaetenkabinett, von dem ich bestimmt schon geschrieben hab...

gestern dann hatte ich den langen weg vor mir, weil ich mir eingebildet habe, vron in calzadilla anstatt in carrion zu treffen. nach carrion bin ich erstmal noch 2 km in die falsche richtung gelaufen, aber man merkt hier schnell, wenn was nicht stimmt: ploetzlich waren keine gelben pfeile und muscheln mehr weit und breit. ich also umgedreht und den richtigen camino bald wieder gefunden. das waren dann die 17 km auf der originalen jahrtausende alten route. an was man sich auf so nem weg nicht alles erfreut: die spuren von pilgerstiefeln im staub. einstiche von wanderstoecken. und: hurra! da ist wieder ein gelber pfeil. genau auf der haelfte, nach zwei stunden laufen, stand da mitten im nichts BUFF ne bar. leonie hat mir gestern erzaehlt, als sie da vorbeigekommen ist, war die sogar offen, und es hatte was sehr skurriles, irgendwo im nichts zu sitzen und seinen zumo de naranja zu trinken. als ich ne stunde spaeter da vorbeikam--- ratet! richtig: siesta! ich hab aber trotzdem pausiert und ploetzlich, wie angeknipst: sturm. der himmel zog sich zu und ein bauer fuhr hektisch mit seinem trecker aufs feld. die schlaue laura denkt sich: ui, dat sieht nach rejen aus und packt sich gleich mal wetterfest ein. gute entscheidung! ein paar meter spaeter gabs lecker spruehregen von norden (also von rechts).

es war wirklich kurios. ein bisschen wie in nem surrealen gemaelde. ich meine, wenn man 17 km durch die gegend latscht, dann kommt doch mal irgendwas, dann ist doch da mal n haus oder sowas. noe, nix, nur felder, felder, graeben, felder, mal n huegel oder ne eingezaeunte treckergarage... und felder! war ich froh, als ich die eremita vor calzadilla entdeckte. ich wusste kurze zeit nicht: wach ich oder traeum ich? und wenn ich traeume, ist es dann ein alptraum oder watt? seeehr grotesk.

dann spazier ich in die herberge hier und frag: albergue espiritu santo? weil ich mich da mit vron verabredet hatte. und der sagt: espiritu santo??? (und ich denk schon: oje, so wie der kuckt, kommt jetzt der hammer!) espiritu santo ist in carrion! (peng schepper klirr!) aber da solls floehe geben, also sei froh, dass dus bis hier her geschafft hast.

annemarie, eine der deutschen taentchen, wuerde mir jetzt wieder auf den oberarm patschen und floeten: glaubst duuu noch an zuuufaelle??? wow, in dem satz des hospitaleros (der uebrigens deutsch und schrecklich nett war), liegt so viel wahrheit: wer oder was hat mich bis nach calzadilla gefuehrt, sodass ich keine floehe kriege? und hey, ich habs GESCHAFFT, 17 km sind ne echte leistung, die man sich nicht durch die tatsache verderben lassen sollte, dass man eigentlich falsch ist...

abendessen mit leonie, einer polin aus vancouver und einem italiener, der deer englischen sprache nicht wirklich maechtig ist. war mal wieder sooo witzig! ok, nicht alle italiener sind bloed. doch, alle bis auf alessandro baricco und paolo von gestern abend. aber den krieg ich wohl niocht nochmal zu gesicht, der ist schnell wie der wind. fuer edn waeren meine paarndreissig km von gestern minimum!

so leute, jetzt seid ihr wirklich wieder auf dem neuesten stand. ich finds voll toll, wer uns hier alles schreibt und freu mich jedesmal riesig, von euch zu hoeren. ich denke oft an euch alle und was ihr so macht. ein drittel der zeit ohne uns habt ihr schon ueberstanden - haltet durch, wir kommen bald zurueck und bringen unsere heiligenscheine mit :D

bis dahin ein froehliches ANIMO! von der laura, die heute hoffentlich vron mal wieder trifft...........


castrojeriz
Laura am 9.10.08 08:21


regenregenregen...

...sie sich nicht auf.

erstmal fuer vron: TUT MIR LEID!!! ich bin schon in calzadilla de la cueza, habs natuerlich wieder voll verpeilt, werd aber morgen gaaanz langsam machen und hoffe, dich bald wiederzusehen und das es dir gut geht!

dann an all die lieben treuen leser und kommentatoren: viele gruesse aus calzadilla! mir gehts soweit ganz gut. wir hatten etwas regen die letzten tage, aber man kommt durch. wollte mich ja heute eigenlich wieder mit vron treffen, hab aber im uebereifer gleich 17 km mehr gemacxht. 17 km, wo nix nix und nochmal nix ist. war ne ziemliche grenzerfahrung. hat aber auch n paar erleuchtungen gegebn. (der himmel hat ne hohe stromrechnung dank mir!) ich hab nicht soviel zeit zu schreiben, aber wir fuehren hier tiefgreifende gespraeche, erzaehlen schmutzige witze, kochen oder gehen essen (so wie heute).

noch zwei fahrradbeispiele fuer papa: ein oesi machts von santiago aus rueckwaerts und fands anstrengens, weil er radeln nicht so gewohnt ist. und dann ist da noch der franzose mit dem damenrad, der seinen rucksack hinten ziemlich schepps aufgeschnallt hat und so durch die gegend tingelt, dass er in etwa gleich schnell ist wie die zu-fuss-pilger. der kriegt sicher n bisschen mehr mit als die schnellen rennradler, die mich hin und wieder ueberholen und buen camino groelen. heute beim labradorwelpen blanca in villalcazar de sirga gefruehstueckt.

gestern in nem casa rural ohne hospitalero genaechtigt (hatte was von nem kuriositaetenkabinett), vorgestern hat uns der herbergsvater bekocht...

mir gehts gut, meine fuesse tun nur bissl weh, aber das duerfen sie, nach 34 km, nur weil ich zu doof bin, zu kapieren, wo wir uns treffen wollten.

naja, wir finden uns sicher wieder, hier in derr herberge sind auch n paar bekannte gesichter.

muss schluss machen, hab euch alle lieb! ist mir heute mal wieder so richtig aufgegangen, wie viel wert ihr mir alle seid.

seid umarrmt und gegruesst von laura.

ANIMO!!

Laura am 8.10.08 19:26


allein durch die wueste

also. sagt einem spanischen kind, es soll die meseta malen, und es nimmt ein blatt papier und malt einen waagrechten strich quer durch. und dann nehmt tote hose hoch 30, das kommt dann ungefaehr der spanischen hochebene gleich. naja, ab und zu gibts noch nen steinhaufen...

da bin ich jetzt schon zwei stunden durchgehatscht und mache pause in ner bar in hontanas. ja, ich allein, vron muss irgendwo hinter mir sein, micha vermutlich vor uns, der alte einsiedler. aber ich hab heute auch keine lust mehr auf leute irgendwie, nicht das die leute doof waeren, aber ich brauch mal n bisschen abstand vom abstand. deswegen werd ich auch gleich weiterstechen, es soll naemlich heute bis itero de la varga oder vega oder so aehnlich gehen, also ziemlich weit. vron wird in castrojeritz bleiben und am mittwoch treffen wir uns wieder.

durch die meseta laufen hat was, vor allem heute morgen, ich bin endlich mal vor acht rausgekommen und als eine der ersten gestartet. war voll schoen, hinter sich die sonne aufgehen zu spueren, der himmel sah kurz aus wie erdbeereis. es ist zwar kalt und windig, aber blauer himmel und beim laufen wirds warm.
unsere herberge gestern in hornillos war ganz gut, wie jede andere eben auch. hatte noch eine nette begegnung mit einem RIIIIESIGEN, freilaufenden, aber unbekuemmertem husky, mit dem bin ich n bisschen gassi gegangen... hab ihm von jackie erzaehlt, ad hat er mich in ruhe gelassen. hier gibts ueberhaupt viele hunde und katzen.

ich hab keine ahnug, was mich heute so erwartet, und das ist echt toll. ich hab nicht mal den wanderfuehrer (den hat ja vron). aber macht nix, irgendwo komm ich schon an.

so, weiter gehts durch die feldwueste. schaut euch fotos von der meseta an, wenn ihr NIX sehen wollt...

viele gruesse und ein froehliches ULTREIA Y SUSEIA

sendet die heute mal eremitin

laura.

KUESSE!
laura am 6.10.08 10:41


burgos la fria

daaaaaaaanke fuer eure lieben tollen kommentare! es freut mich riesig, von euch zu hoeren!

@ papa: ja, mach den camino zu fuss! per rad kriegst du das alles nicht so mit und bist in manchen herbergen sogar unerwuenscht! (sagte tobi)

@ the buchener: keine ahnung, wies mit den finanzen aussieht. meine erste ration cash geht langsam zur neige, aber ich kann hier ja ueberall geld abheben. theoretisch. heute, beim ersten versuch, hats leider gleich mal nicht geklappt, aber ich probiers morgen nochmal.

@ elli: vron hockt ja manchmal mit davor... aber im moment ist sie schon wieder oben und macht sich bettfertig. sie hats halt nicht so mit den computern, aber ich werds mal ausrichten.

@ den, der gefragt hat: bis jetzt waren vron und ich immer in derselben herberge, nur waehrend des tages gehen wir manchmal unterschiedlich schnell und demnach nicht immer zusammen.

so, jetzt aber mal zu den ereignissen: morgens in belorado haben wir erstmal nen anschiss auf spanisch kassiert, weil wir erst um neun (statt um acht) losgekommen sind. wir sind meistens die letzten, keine ahnung, wie wir das immer schaffen. es hat ein paar tropfen geregnet, aber nicht viel. wir sind durch kiefernwaelder gelaufen, aber an arg viel mehr ann ich mich nicht mehr erinnern, weil sich die tage und erlebnisse so langsam vermischen. man laeuft halt so vor sich hin. in san juan de ortega haben wir dann pausiert, micha hat aber von anfang an gesagt, er wuerde noch eins weiter, alejandro hatte schon in der herberge eingecheckt und vron wollte auch bleiben, weil sie probleme mit den knien hat. so, und dann steht man vor so einer entscheidung und das ist auf dem ccamino echt eine riesenentscheidung: noch paar kilometer gehen oder dableiben. ich weiss nicht genau warum, aber irgendwie hab ich mich dann entschieden, dazubleiben, weil mir das haus und die kirche so gut gefallen haben. san juan hat 17 einwohner, einer davon ist buergermeister, oberministrant und wirt in einem. was die restlichen 16 dann ueberhaupt noch machen, ist mir ein raetsel. das dorf hat eine sehr besondere kirche: immer zur sonnwende (zweimal im jahr) faellt ein gebuendelter lichtstrahl auf so einen besonderen reliefausschnitt. wohl ein architektonisches meisterwerk.

weiter gings heute, immer noch durch kiefernwaelder und - gott sei dank - mit einer jungen spanierin zusammen mitten durch grasende, spitzbehornte kuehe. war n bisschen unheimlich, aber wir haben langsam gemacht, die viecher waren echt sooo nah!!! ach so ja, gestern abend noch gitarre gespielt, und zwar die von sandra aus deutschland. das ist auch ne tolle geschichte: sie hat die gitare kurz vor dem aufbruch von freunden geschenkt gekriegt und traegt sie echt auf dem camino mit sich rum. scheint aber wohlein super gegengewicht zum rucksack zu sein... das witzige ist, dass sie nur vier akkorde, also etwa zwei lieder kann, aber es spielen so viele verschiedene leute darauf (unter anderem ich!), dass das instrument nach dem camino sicher viel zu erzaehlen hat.

in dem 900 jahre alten haus war gestern bloederweise die dusche kaputt, das heisst: KALT DUSCHEN!! brrrr. heute hab ich 20 minuten lang heisses wasser ueber mich prasseln lassen, so sehr hab ichs genossen.

sind also heute in einer ganz neuen herberge in burgos la fria (sie traegt den namen "die kalte" zu recht!!). voll schick und ALLE leute sind da! die spananier, alejandro, sogar micha, dann sandra mit ihrer gitarre, ann, eine schottin, mit der ich heute in die stadt gelaufen bin und linda, die kranke kanadierin. was hab ich mich gefreut, die zu sehen! und natuerlich kung-fu, die junge spanierin mit den kuehen... hach voll toll, lauter liebe leute.
gegessen haben wir allerdings allein, weil wir noch die megahammerkrassriesenuebelumschlagende kathedrale von burgos angekuckt haben. so hell und weiss und riesig dabei, am schoensten sind die kuppeln von innen, aber schon von aussen hauts dich n bisschen um. war leider viel los, fuehrungen und so, aber ihr muesst euch mal bilder anschauen!!
gegessen haben wir in ner voll beliebten kneipe, die leute sind schlange gestanden um reinzukommen. war lecker.
ich muss euch noch von dem koelner aussteiger erzaehlen, bei dem wir heute morgen in argés (wars glaub ich) gefruehstueckt haben. der ist seit 44 jahren in spanien, hat er erzaehlt, und hat sich da einen schicken laden und ein minirestaurant in einem eingerichtet, vor allem fuer pilger, weil sonst kommt in diesen kaeffern ja keiner vorbei. das war ne type! war voll witzig, als er dann angefangen hat, von seiner maus maria zu erzaehlen..

hier ist echt nur gegend... oben auf dem berg war eine spirale aus steinen gelegt, da sind wir reingekreiselt bis in die mitte, das war vielleicht schoen. und jeder pilger legt nen neuen stein ans ende.

wie wirs morgen machen, wissen wir noch nicht. die vorgeschlagenen 30 km aus dem wanderfuehrer sagen vrons knie nicht so zu, sie spielt mit dem gedanken, wenigstens aus burgos raus den bus zu nehmen. mal kucken. mir gehts noch gut. ich spiel schon mit dem gedanken, mal nach taizé und saint jean pied de port zu wandern... macht voll spass. anyone interessiert??

eigentlich wollten wir heute ja noch auf die kacke hauen, weils alejandros letzter tag ist, aber die sind irgendwie weg. egal, wir sind zu ihm nach berlin eingeladen. ende november waeren wir dann mal wieder weg...!!

viele gruesse und umarmungen,
la laura


blümchen, die schnurstracks aus dem boden wachsen


die kathedrale in burgos


ohne worte


die mystische steinspirale auf dem berg vor burgos
Laura am 4.10.08 21:27


you get what you give

hallo ihr lieben alle! sind in belorado in ner "nobel"herberge abgestiegen. 5 euro, waschmaschinen (YEAH!!!), getrennte waschraeume, billard und kicker --- das ist schon luxus! gestern in santo domingo de las calzadas (sucht mal nach der legende von hugonell, dem deutschen pilger und warum immer zwei huehner in der kirche sitzen - ist echt cool) haben wir in nem alten umgebauten pferdestall uebernachtet. micha ist wieder da!! haben uns dann mit tobi, einem deutschen RADFAHRER (papa!!) ein pilgermenue gesucht und ich sag nur: sowas ekliges habt ihr noch nie gesehen! die suppe sah aus wie schon dreimal gegessen, der fisch wie mit nem trecker plattgefahren und wir hatten DREI HAARE!! wenigstens mussten wir es nicht bezahlen. waer ja noch schoener. sind dann in nen irish pub und die drei anderen ham auf den schrecken zwei guinnes gekippt!
juut, heute morgen dann richtung belorado aufgebrochen, eigentlcih wollten wir bis nach tosantos, aber als wir dann hier vor der herberge sassen, ham wir gedacht: heute goennen wir uns mal den luxus.

jetzt aber mal kurz zu meiner naechsten erleuchtung: schon in najera hat mir ein deutsches maedel ihr anti-husten-einreibe-sachen geschenkt, sowas fuer die bronchien, weil ich echt voll husten musste. war total angenehm. dann auf dem weg nach santo domingo hab ich linda, eine aeltere kanadierin ueberholt, und die hat sich echt gequaelt, obwohls gestern voll entspannt war. sie hatte was am fuss und war auch noch krank, da hab ich ihr heute die "betraeumungsmittel" (sagt alejandro, der auch husten muss, aber wegen ner alergie), die ich von vron hatte, geschenkt und die tube einschmiersachen dazu. die hat sich voll gefreut und ich dachte mir: betraeumungsmittel kann ich mir auch im naechsten kaff kaufen und das einschmiersachen brauch ich nimmer. da hat sie aus lauter dankbarkeit mir ihren marienanhaenger geschenkt. ---> was du gibst, bekommst du tausendfach zurueck!!

jetzt muss ich mal die ganzen beruehmtheiten aufzaehlen, die hier so rumpilgern. also: alejandros mutter ist die bekannteste sachbuchautorin venezuelas. tobi, der fahrradfahrer, der natuerlich nicht hier ist, weil er ja viel schneller unterwegs ist als wir (der muss es bis naechste woche nach santiago schaffen, sonst fliegt sein flugzeug ohne ihn), ist der beste freund von sebastian vettels freundin und ausserdem hatscht hier noch ne hollaendische folksaengerin rum, leonie, die auch ziemlich bekannt ist.

langsam wirds trockener hier, das weingebiet rioja haben wir durchquert und haben heute den grenzstein in die region castilla y leon passiert. die felder sind abgeerntet, mehr stroh als gras, tiefblauer himmel, knalle sonnenschein, aber kalter wind. wir sind voll braun und scheinen das ein oder andere kilo zu verlieren: merkt man an den hosen, die langsam zu rutschen anfangen.

ich hab keine ahnung, wie der morgige tag wird, und das ist gut so! ich latsche einfach den gelben pfeilen und muscheln hinterher, ab und zu kommt ein dorf, dann macht man pause, trinkt colacao (kaba) und isst ein bocadillo queso und obst, fuellt die trinkflaschen am brunnen auf und weiter gehts. und wenn eine albergue kommt, und wir sind muede, dann bleiben wir halt da. total entspannt, das leben; deswegen warens heute und gestern auch nicht so viele kilometer.

die spananier hier sind viel netter als die aus navarra am anfang. die sagen hallo und wenn sie "buen camino" wuenschen, dann gehts mir super.

meine wandersocken wasch ich jetzt nicht mehr, das war n tip von ner hamburgerin: da bilden sich wohl salze und die socken verfilzen innen ein bisschen, und dann kriegt man keine blase. das stimmt wirklich. ich hab aufgehoert, staendig abzutapen und zu pflastern, weil durch die hitze und die bewegung haben sich die pflaster eh immer verselbststaendigt und waren ueberall, nur nicht mehr auf der blase. was das da an meinem linken fuss genau ist, weiss ich auch nicht: wohl ein bisschen ueberschuessige hornhaut, die mich aergern will. mal ist eine blase da, mal ist mein zeh gelb --- keine ahnung!

huh, ich hab noch zwoelf minuten, aber die werd ich wohl nicht ganz ausnutzen, weil unser meisterkoch drueben in der kueche wieder was gezaubert hat. WAS WERDEN WIR NUR OHNE IHN TUN??? ach moeni: er liest uebrigens das mit dem vorraussehbaren und nicht zu verhindernden mord von marquez, natuerlich auf spanisch. ich hab den titel gesehen und sagte: das hab ich auch schon gelesen. da hat er erstaml komisch gekuckt )

morgen, seh ich gerade, koennte es bis san juan de ortega gehen, erst vier stunden aufstieg, dann drei stunden abstieg. sieht gut aus, weil das ziel ein kleines kaff ist, und in so groesseren staedten wollen wir nach der miesen erfahrung gestern erst mal nicht mehr kampieren!

also, das leben als pilger ist sehr easy-going (und papa, wenn du jetzt gleich wieder nen eintrag schreibst, dass die gute laune bald verfliegt, aber dann!! ) uns gehts echt gut, man koennte sich dran gewoehnen.

so, jetzt werd ich aber mal kucken, was die gemueschen und kartoffelchen und sonstigen pfaennchen so machen...
boah geil, morgen gibts schokoflakes und colacao zum fruehstueck und nachher noch n schokopudding, und noch n paar betraeumungsmittel (ich liebe dieses wort!) als nachtisch.

noch zu den radlern: die fahren manchmal den pilgercamino und manchmal landstrasse, aber da gibts extra fuehrer fuer solche touren.

so, essen ist fertig! viele gruesse an euch alle und tausend dank fuer die kommentare. es ist ein tolles gefuehl zu wissen, dass ihr an uns denkt. wir denken auch sehr viel an euch. ihr seid alle mit uns unterwegs!

seid herzlich gedrueckt und gekuesst.

laura


pferdestall in santo domingo


schocktherapie mit tobi und micha im irish pub


internationale pause: chris (australien), alejandro (venezuela/berlin), freddy (venezuela), laura, vron (bayern), bryden (australien, der spanier und kung fu (kalifornien)


abendessen on belorado mit alejandro und micha


quatsch mit alejandro und sanmiguel


traurige sonnenblumen
Laura am 2.10.08 20:20


tot in najera

buenas tardes!
mittlerweile gehts wieder, aber vorher war ich echt tot! aber man muss ja waschen und bett beziehen und stempel holen und alles, man kann nicht lange sitzen.
aber erstmal DANKE an alle, die hier kommentieren, voll cool! schoen, von euch zu hoeren. jetzt mal die fragen: moni hat gefragt, wo wir das essen herhaben. auch in spanien gibts supermaerkte... naja, am billigsten sind die tante-emma-laeden, wo dich die spanische tante emma noch zutextet und du dann immer nur si si si sagen kannst. dann zum abnehmen: keine ahnung! man muss auch voll viel essen, ich hab schon wieder irre kohldampf. (heute kocht alejandro gefuellte paprika mit thunfisch und potatoes - boah, wenn der sich in burgos dann verabschiedet, haben wir nie wieder so leckeres essen!!!) ansonsten gibts die pilgermenue, so zwischen sieben und 10 euro, meistens drei gaenge und wasser, wein und brot. aber mit selber kochen kommt man meistens billiger und leckerer davon, wenns ne kueche gibt.

ach ja, gruesse auch von blissi, blasi, ampollia und eulalia, vronis blasen. ich hab auch eine, aber ich will mich nicht an sie gewoehnen, also geb ich ihr keinen namen.

gestern gings nach logroño. am anfang bin ich mit alejandro gelaufen, der hat n gutes tempo drauf und so ham wir bisschen was geschafft. dann michael wieder getroffen und gott (=walter), und zwar in wien (=viana), wo wir yoga gemacht haben, mitten auf ner wiese in der stadt. war voll witzig. walter ist dageblieben, aber die witzigen spanier, michael, alejandro, vron und ich sind weiter und mussten zum schluss auch noch durch so n doofes industriegebiet. war voll haesslich und so zum laufen. stadt ist sowieso eher unangenehm. herberge war fuer 3 euro voll gut, nur die koreaner, die schon morgens um halb sieben am handy haengen (klingt in etwa so: "eeeeeeeee eeeeeeeeeee eeeeeeeeeee" --- eeeee heisst wohl "ja") ,die nerven.

zum fruehstueck gabs eichen mit zwiebelchen und bocadillochen und teechen und kaeffchen. (alejandro liebt verniedlichungen dann abgezischt durch die weinregion rioja. ist viel trockeneer hier, ausserdem mussten wir durch so n haessliches naherholungsgebiet und staendig an der autobahn entlang, manchmal sogar auf die bundesstrasse oder drueber. in navarrete kurz pausiert, aber alejandro, dieser nervoese kerl, wollte gleich wieder "anhauen". also weiter, hab dann aber in ventosa noch mal lange pause gemacht und oben an der kirche tagebuch geschrieben. dann mp3-player gehoert waehrend des laufens, war voll motivierend. irgendwann hab ich dann noch ne schweizerin getroffen, mit der ich dann vollends nach najera gehatscht bin. ich wusste nicht genau, wo die herberge war, die wir uns ausgesucht hatten, aber finally hab ich sie dann doch gefunden und ich war sooo fertig, selbst wenn vron nicht hier gewesen waere (ist sie aber doch und alle anderen auch), waere ich hiergeblieben. meine fuesse tun heute echt weh. aber es waren ja auch 30 km heute. ich glaub, ich muss mal bissl langsam tun. von den etappenvorschlaegen im wanderfuehrer abweichen. michael ist in navarrete geblieben und walter hatte sich schon in wien verabschiedet.

ach und viele gruesse von kung-fuechen an mama: er findet die schrillpinke bluse toll. die ist leider ziemlich im eimer, hinten voll verrissen. sonst ist die ausruestung und alles ok.

so leute, am 3. oktober wollen wir nochmal so richtig auf die kacke hauen (sagt alejandro, wer sonst) --- wiedervereinigung!!!

also tschau servus, wir ham euch alle lieb und jetzt seid ihr wieder informiert.


aufbruch in estella: micha, vron, laura, walter und anna maria aus island


weinbrunnen von irache


typisches bild aus dem pilgerführer - nachgestellt mit alejandro


käffchenpäuschen: laura von hinten, alejandro, vron weggedreht, walter, links raffa, hinter walter in rot sein kumpel (beide aus spanien)


immer westwärts, den schatten nach!
Laura am 30.9.08 19:15


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